Donnerstag, 17. August 2017

Libre vs Eversense


Ich bin auf Instagram mehrmals gebeten worden, die Unterschiede des Libres zum Eversense genauer darzulegen. Klar, wenn es etwas neues gibt, ist natürlich eine der wichtigsten Fragen: Was ist denn nun besser oder anders an dem neuen System?

Mir selbst fällt eine objektive Einschätzung wirklich nicht einfach. Ich MAG das Eversense. Ich mag, dass es unter der Haut sitzt und ich mir absolut keine Gedanken machen muss, irgendwo hängen zu bleiben oder es rauszureißen. Dafür nehme ich einen klitzekleinen chirurgischen Eingriff mit einer Narbe alle 90 Tage gerne in Kauf (Ich bekomme übrigens auch Narben vom Libre, deshalb sehe ich das vllt auch so entspannt). Die Idee, den Sensor unter die Hut zu setzen finde ich perfekt. Ich weiß aber auch, dass eben sehr viele genau diesen Punkt kritisch sehen. Jeder muss sein System selbst wählen (und dann hoffen, dass die Kasse diesen Wunsch zu mehr Lebensqualität und Sicherheit bezahlt-.-).

Da ich das Libre 2 Jahre getragen habe, hier meine PERSÖNLICHEN Erfahrungen und Meinungen kurz zusammengefasst:


Insgesamt kann man die Liste schon so lesen, dass der Libre dem Eversense überlegen ist. Allerdings ist ein Vergleich hier immer etwas schwammig, der Libre ist ein FGM (Flash- Glucose- Monitoring), der Eversense ein CGM Kontinuierliches- Glukose- Monitoring). Heißt: Der Eversense warnt, wenn die Werte steigen oder fallen. Er weckt mich nachts, vibriert während der Arbeit oder bei einer Autofahrt. Und das ist die Funktion, die der Libre einfach nicht hat. Wer auf diese Warnungen nicht unbedingt angewiesen ist, kann mit dem Libre auch super exakte Ergebnisse bekommen. Bei beiden Systemen ist immer die korrekte Handhabung das wichtigste, um genaue Werte zu bekommen.

Aktuell trage ich zudem den Dexcom zur Probe, hierzu werde ich nach den vier Wochen auch mal einen Vergleich aufstellen.

Mittwoch, 9. August 2017

Eversense- die ersten 21 Tage

Drei Wochen ist es jetzt her, dass der EversenseSensor unter meine Haut implantiert wurde.
Zeit, meine bisherigen Erfahrungen mal ein wenig zusammenzufassen und Vor- sowie Nachteile aufzulisten. Natürlich wird diese Liste die nächsten Wochen/ Monate erweitert werden, denn ich bin ja auch noch relativ neu mit dem System :)

Kleine Randnotiz: In diesem Beitrag berichte ich über ein Problem, welches leider in der ersten Woche nach der Implantation auftrat. Da ich selbst aber davon ausgehe, dass ich einfach Pech hatte (zumindest, solange keine andere Erklärung vorhanden ist) werde ich dieses nicht in meine Liste mit einbeziehen. Ein Montagsprodukt kann man immer erwischen, deshalb das ganze System am schlecht darzustellen, wäre sehr einseitig.

Randnotiz 2: Nein, ich werde nicht von AkkuChek, Roche oder sonst wem gesponsert oder bezahlt. Aktuell warte ich noch auf ein Schreiben meiner Krankenkasse, ob sie den Sensor übernehmen oder nicht. Sollten sie es endgültig ablehnen, muss ich jedoch auch nicht selbst zahlen, das Risiko trägt aktuell die Firma Roche. Vermutlich hatten wir "ersten" einfach Glück, dass jede Firma natürlich ein Interesse daran hat, ihre Produkte erst mal auf den Markt zu bringen.

Fangen wir nun aber mal an, mit den Sachen die mir aufgefallen sind:


Tragekomfort/ Form:
Ich finde den Transmitter super! Ich weiß, dass viele von euch ihn zu groß finden. Mich stört er tatsächlich aber weniger als der Libre, einfach weil die Form so schön abgerundet ist und sich gut anschmiegt. Man hat keine wirkliche "Kante", an der man hängenbleiben könnte. Selbst BH träger rutschen problemlos drüber.
Hier auch direkt mein größtes Pro: Endlich keine Sorge mehr, einen Sensor zu zerstören. Es entspannt mich unglaublich! dieses ständige "muss ich abtapen?" "mist, das Tape hält nicht" "mist, der Sensor löst sich" hat mich nach 2 Jahren Libre echt auf die Palme getrieben. Die Benutzung war natürlich super, aber für meinen Komfort, finde ich die "Kleberfreiheit" deutlich angenehmer.


Wasserdicht:
Hätte nie gedacht, dass es mich interessiert (ich schwimme maximal 2 mal im Jahr oder so...) aber ich mag, dass ich ihn auch beim Duschen nicht abmachen MUSS. Meistens nehme ich ihn schon ab, aber manchmal vergesse ich es, und es passiert trotzdem nix. Das ist allerdings ein Punkt, der keine besondere Aussagekraft hat, schließlich sind alle gängigen Systeme meines Wissens nach wasserdicht über eine gewisse Zeit.

Akku:
Der Akku des Transmitters ist recht klein. Ich komme maximal auf 36 Stunden, dann geht dem kleinen Käfer der Saft aus. Das ist durchaus ausbaufähig. Was jedoch gut ist: Voll aufladen dauert kaum 10 Minuten, das ist gerade die Zeit, die ich zum Duschen benötige. Es hat sich bei mir ziemlich schnell zur Routine entwickelt, abends den Trasmitter an den Strom, Pflaster ab, duschen, Pflaster drauf, Transmitter dran, fertig.


Genauigkeit:
Überzeugt mich. Ich habe wenige Abweichungen, maximal 10-15mg/dl seit letzter Woche und die Genauigkeit wird besser, je länger der Sensor unter der Haut liegt. Wichtig hierbei ist natürlich, dass man beim kalibrieren gründlich und sorgfältig ist.


Sonnenlicht:
Tja, auch hier gibt es noch kleine Schwachstellen. Der Sensor misst mit einer Fluoreszenzmethode, wenn ich mich aber im (mehr oder weniger) prallen Sonnenlicht aufhalte, stört dies die Messung. Zum Beispiel war ich heute knapp 1 Stunde am Strand. In dieser Zeit hatte ich leider keine Werte, da es dem Sensor zu hell war. Das ist natürlich ein wenig nervig, denn schließlich will man immer Werte angezeigt bekommen. Laut Außendienstmitarbeiter wird diese Empfindlichkeit aber nach einer Weile besser, da werde ich also mal abwarten, ob es sich gibt oder nicht. Eine Lösung wäre, zb eine schwarze, abgeschnittene Socke über dem Transmitter zu tragen. Muss man aber wollen :)

App:
Ziemlich wichtiger Punkt wie ich finde, schließlich hat man beim Eversense keinen zusätzlichen Empfänger. Es gibt bislang nicht viele Smartphones, welche offiziell unterstützt werden: Kompatible Geräte
Mein iPod touch wird unterstützt, mein Chinahandy LeEco LePro3 leider nicht. Dennoch nutze ich aktuell das Smartphone, denn alles läuft prima. Wenn man jedoch Probleme mit dem System hat, sollte man immer auch ein unterstütztes Gerät zur Hand haben, ansonsten übernimmt der Kundendienst keinerlei Gewährleistung, weil der Fehler ja am Gerät liegen könnte (...).
Die App an sich finde ich gut, übersichtlich, einfach zu bedienen.

Alarme:
Immer wichtig bei allen CGMs: Die Konfiguration der Alarme. Hier bin ich noch nicht richtig fertig mit. Im Urlaub hatte ich eine grässliche Nacht, in der mich mein Handy oder wahlweise der Transmitter mit seiner Vibration alle halb Stunde geweckt hat. Die Abläufe im Urlaub sind eben anders.
Folgende Alarme sind einstellbar:
Oberer/ unterer Zielwert (Zielbereich, in dem man bleiben möchte)
Oberer/ unterer Grenzwert (Werte, bei denen bei Über-/Unterschreitung ein Extraalarm gegeben werden soll)
Vorhersage Warnung (Zeit x, in welcher der Gewebszucker vermutlich den Grenzwert nach oben/unten überschreitet
Raten Warnung (Warnung, falls die Werte schnell steigen/fallen)



Bluetooth:
Der Transmitter wird mittels Bluetoth an das Handy gekoppelt. Heißt, Bluetooth MUSS angeschaltet bleiben. Wer ein Handy mit sehr schwachem Akku hat, der hat hier verloren. Mein Smartphone musste bislang nur jede zweite Nacht an den Strom, jetzt auf jeden Fall jede Nacht. Mein Dienstiphone 5S würde Mittags vermutlich schon schlapp machen. Eine Info die man haben sollte denke ich.

Auffallen in der Öffentlichkeit:
Ja, tut man. Allerdings nicht mehr als mit jedem anderen Sensor auch. Bloß dass man eben keine Möglichkeit hat, den Sensor an einer versteckten Stelle zu tragen. Aktuell darf nur am Oberarm implantiert werden. Und da sieht man den Transmitter bei kurzen Ärmeln natürlich. Für mich jedoch gleichgültig.

Vibration:
Der Transmitter selbst vibriert bei gewissen Meldungen. Noch habe ich nicht ganz verinnerlicht, was welche Vibration bedeutet, aber ich weiß zb schon automatisch, dass die 9 kurzen Vibrationen bedeuten, dass mein Zucker wirklich tief (unter dem unteren Grenzwert) ist. In diesem Fall muss ich also nicht erst aufs Handy gucken, um die Info zu haben. Sehr praktisch, zudem die Vibrationen für andere kaum wahrnehmbar sind. Eine sehr diskrete Angelegenheit wie ich finde.
Zudem wecken mich die Vibrationen sehr zuverlässig. Besser als es jeder Alarm an meiner Pumpe bisher konnte.

Kalibration (Eingabe eines blutig gemessenen Blutzuckerwertes)
Der Sensor muss alle 12 Stunden kalibriert werden. Auch hier also kein Unterschied zu den anderen CGMs Dexcom und Enlite. Ich habe jeweils ein Zeitfenster von 2 Stunden vor und nach dem eingestellten Zeitpunkt, also 4 Stunden, in denen eine Kalibration möglich ist. Wird diese Zeit überschritten, werden keine Werte angezeigt. Blöd, wenn der Blutzucker in der Zeit nur rumspinnt und man einfach keine stabile Phase hat.

Pflaster:
Das Pflaster ist nicht klein. Da es rechts und links vom Transmitter noch diese "Flügelchen" hat, ist es schon recht auffällig. Dafür finde ich es bislang sehr angenehm zu tragen und habe auch keine Probleme mit gereizter oder trockener Haut. Die Klebekraft ist deutlich geringer als bei anderen Herstellern, was aber meistens auch auf einen weniger aggressiven Kleber hindeutet. Meiner Neurodermitishaut bekommt er bislang ohne Probleme.
Das wasserfeste Pflaster habe ich leider noch nicht getestet.


Datenupload:
Ein Angstthema für alle, die ein Problem mit dem automatischen Upload irgendwelcher persönlichen Daten ins Internet haben.
In der App kann man den automatischen Upload ausschalten, allerdings mag ich die Funktion recht gerne. Es gibt ein Onlineportal, auf welchem ich nach Passworteingabe meine Auswertungen der letzten Tage/ Wochen/ Monate präsentiert bekomme (vergleichbar mit der Libre- Software, nur nicht ganz so umfangreich). Da die Daten vom Libre bei jedem verbinden mit dem PC eh automatisch auf Server in den USA geladen werden, stört mich das hier auch nicht wirklich. Zudem nutze ich Facebook und Co, so what. Wen es stört, besser die Funktion ausschalten.

Wunde/ Narbe:
Völlig reizlos, tut nicht weh, juckt nicht. Ist noch etwas rot, aber geschlossen und gut verheilt. Ich mache mir da wenig Gedanken drüber, teilweise hat das Libre und das Kinesiotape auf meiner Haut deutliche Narben alle zwei Wochen hinterlassen. Nun also eine Narbe alle 90 Tage.

Benachrichtigungs- LED:
Der Transmitter verfügt über eine LED- Anzeige, diese kann in verschiedenen Farben und Rythmen blinken. So zeigt er zb den Akkuladestand an. Oder eben auch, wenn ein Alarm eingeht.
Tagsüber wenig interessant, fällt so gut wie nicht auf, nur elten haben Kollegen mich bislang mit "du blinkst" angesprochen.
Was mich an der LED aber doch etwas stört: Nachts ist diese LED unglaublich hell! Heller als die Pumpe, das Licht reicht aus, um den Blutzucker zu messen. Das müsste nicht sein, mich selbst stört dieses helle Licht nachts.

Soweit erst einmal die Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind. Schreibt mir gerne eure Fragen oder Meinungen zu dem System :)






Dienstag, 18. Juli 2017

Eversense - Die ersten 34 Stunden


Nachdem also der Sensor eingesetzt war, alle Handys liefen, alle Transmitter verbunden waren und die Schulung abgehandelt wurde, konnten wir nach Hause gehen. Alles in allem hat es knapp 4 Stunden gedauert, aber das einsetzen an sich nur knappe 20 Minuten.

Die ersten 24 Stunden zeigt der Sensor leider noch keine Daten an, es ist also ähnlich wie mit den anderen Systemen, die auch erst ihre 1-2 Stunden Eingewöhnung brauchen. 24 Stunden sind natürlich eine lange Zeit wenn man sehnsüchtig auf etwas wartet, aber dafür passiert das dann auch nur einmal im Quartal.

Die Nacht über habe ich den Transmitter noch nicht getragen, da es ja eh noch keine Werte gibt. Zudem hält der Transmitter über dem Abdeckpflaster auch einfach nicht so gut.
Beim schlafen habe ich von der ganzen Geschichte nichts gespürt. Auch als die Betäubung lange vorbei war, kein Schmerz, nichts. Selbst draufliegen war kein Problem.

Nach dem Aufstehen habe ich das Pflaster gewechselt und anschließend den Transmitter befestigt. Da dieser sehr genau über dem Sensor sitzen muss, gibt es hierfür in der App eine Platzierungshilfe. Die zeigt einem an, wie gut der Empfang ist.


Mit jedem Sensor erhält man 100 Pflaster. 90 normale und 10, die im Kontakt mit Wasser besser halten sollen. Diese Pflaster sind doppelseitig. Auf Instagram habe ich ein kleines Video dazu hochgeladen.






So sieht das ganze am Arm dann aus: 


Sobald ich das Pflaster für den Wundverschluss entfernen kann, sieht es auch weniger zugepflastert aus denke ich ;)
Nach genau 24 Stunden vibriert der Sensor und in der App erscheint eine Benachrichtigung. Der Transmitter möchte kalibriert werden. 
Hierbei sind alle Systeme gleich, natürlich soll der Blutzucker zu diesem Zeitpunkt möglichst stabil sein und nicht stark schwanken. Zudem sind verlässliche Werte wichtig, ich habe mir also ausnahmsweise vor dem Messen wirklich mal die Hände gewaschen ;)

Das System braucht 4 Werte zum erstmaligen Kalibrieren. Heißt: 24 Stunden nach dem Setzen des Sensors das erste mal. Dann nach weiteren 2 Stunden, nach 4 Stunden und nach 6 Stunden. Bedeutet: 32 Stunden nach dem Setzen ist man mit der Startphase fertig. Die Zeiten für die Kalibration sind jedoch flexibel, man kann sie bis zu 6 Stunden hinausschieben falls die Werte zb gerade steigen. 

Ich warte gerade darauf, dass ich meinen letzten Wert eingeben kann. Leider hat mein Abendessen alles etwas durcheinander gebracht.
Werte werden jedoch schon nach der Eingabe des zweiten Wertes angezeigt. 

Hier mal ein paar Eindrücke von der App: 




Grenzwerte und Alarme kann man sich natürlich ganz flexibel einstellen, auch gibt es die Option, eine vorübergehende Einstellung festzulegen. Das stelle ich mir zb praktisch vor wenn man Sport macht oder krank ist oder sowas. 

Marker für Sport, Mahlzeiten, Insulin oder Krankheiten gibt es natürlich auch. Diese können einfach eingetragen und auch nachgetragen werden. 
Besonders gefällt mir hierbei auch die Option, Notizen in Freitextform einzutragen. 



So, ich schaue dann mal ob das mit meiner Kalibration heute noch etwas wird und hoffe auf eine entspannte Nacht. Morgen muss das System im Arbeitsalltag zeigen was es kann. Wenn es Fragen oder Anmerkungen gibt, gerne her damit! Hier oder über Instagram, da kann ich meist schneller antworten ;)


Eversense Sensor- Das Einsetzen des Sensors


Hallo zusammen!

Viele auf Instagram waren sehr gespannt auf meinen Bericht zum implantierten CGM- Sensor von Eversense.
Ich wollte nun nach den ersten 24 Stunden mal berichten wie es bislang läuft und vor allem, wie das Einsetzen des Sensors gelaufen ist.

Gestern war es dann also endlich so weit. Ich sollte gegen Mittag mit 3 weiteren Patienten in der Praxis sein und es war ziemlich viel los. "Normale" Patienten hatte man an diesem speziellen Tag scheinbar auf andere Termine vertröstet, denn schließlich ist das ganze Verfahren auch für den Arzt und die ganzen Angestellten der Praxis neu.

Neben den Mitarbeitern und uns vier Patienten waren noch 4 Mitarbeiter von Roche vor Ort, um zb dem Arzt die Einweisung in die Implantation zu geben, die Technik mit uns gemeinsam startklar zu machen und die Patientenschulung durchzuführen.

Gestartet sind wir klassisch mit Blutdruck und Hba1c messen (komisch, ich hab nichtmal nach dem Wert gefragt, gestern war das einfach so wenig spannend im Vergleich zu allem anderen :D).
Danach ging es direkt in die vollen, indem nämlich jeder seinen Transmitter erhalten hat und ihn mit dem eigenen Smartphone koppeln sollte. Hierbei gab es zu Anfangs einige Schwierigkeiten. Ich zum Beispiel besitze ein Handy, welches ein Chinaimport ist. Auf der EversenseHomepage werden nur sehr wenige Handys als kompatibel gelistet und natürlich war meins nicht darunter. Ich hatte die App jedoch schon runtergeladen und sie zum Tagebuchführen genutzt. Aus diesem Grund hatte ich mir da nicht weiter Gedanken zu gemacht. Tja, leider klappte das mit der Verbindung nicht. Ein Glück, dass ich damals bei der Studie einen Ipod nutzen musste, den ich im Anschluss behalten durfte. Dieser ließ sich problemlos mit dem Transmitter koppeln. Puh... ich war schon kurz in Panik.

Mein Transmitter und die Materialien, die der Arzt für den Eingriff benötigt.  



Aber auch bei den anderen Patienten lief es nicht so ganz rund, vor allem weil es Probleme mit dem Internet gab oder auch einfach nicht jeder so total fit im Umgang mit seiner Technik war.

Ich hatte mich bereit erklärt, die erste zu sein, die im OP verschwindet. Wobei OP ja falsch ist, stattgefunden hat das ganze im Fußraum (also dort, wo sonst Patienten mit Fußwunden etc behandelt werden).
Ich durfte mir den Arm und die Stelle wo der Sensor hin sollte selbst aussuchen, wobei es natürlich auf den Oberarm beschränkt ist und man eine Stelle wählen sollte, an die man selbst gut drankommt. Diese Stelle wurde markiert, ebenso die Linie, wo anschließend der Hautschnitt gesetzt wird.
Hinlegen und schon ging es los mit desinfizieren und den Betäubungsspritzen.

Kleine Anekdote: Sagt der Arzt doch tatsächlich "Keine Angst, das ist wie beim Zahnarzt, oder wenn man Rückenschmerzen hat." Ich hab darauf relativ stumpf geantwortet, dass ich beim Zahnarzt zum Glück noch nie eine Spritze bekommen habe, ich grundsätzlich aber mit Spritzen vertraut wäre :D

Aber ernsthaft: Die Betäubung tat kaum weh. Ich glaube es waren 2 oder 3 Einstiche und manchmal tut mein Pen mir am Bauch mehr weh als das gestern.
Während das Lidocain dann ein paar Minuten zum Wirken benötigt, hat der Arzt mit seinen Mitarbeiterinnen alles weitere vorbereitet. Anleitung kam dabei von einer der Roche-Mitarbeiterin, die das Ganze wohl schon ziemlich oft gemacht hat.

Der nächste Schritt an mir war dann, die Betäubung zu testen. Dazu hat der Arzt mit irgendwas spitzen auf meiner Haut rumgepiekt, ich konnte davon aber nur den Druck auf dem Gewebe spüren, mehr nicht. Anschließend wurde alles steril mit einem Lochtuch abgedeckt und mit dem Skalpell der Schnitt gesetzt.

Hierbei muss ich sagen hatte ich wohl ein bisschen Pech. Scheinbar hat die Betäubung noch nicht ganz so perfekt gewirkt, auf jeden Fall konnte ich den Schnitt spüren und es tat auch weh. Nicht sehr schlimm, nicht schlimmer als die Spritzen vorher aber ein wenig gruslig war es schon. Okay aber schließlich war mein erklärtes Ziel, diesen Sensor zu haben und deshalb konnte ich trotzdem ruhig bleiben.
Das ganze war auch schnell vorbei und ist, wenn die Betäubung richtig wirkt, auch absolut unspektakulär.
Ein wenig unangenehm war der nächste Schritt: Es muss eine kleine Hauttasche für den Sensor gemacht werden, heißt: die Haut muss sich vom darunter liegenden Gewebe lösen.
Mit einem Instrument wird dabei in dem Einschnitt ein wenig "herumgeprokelt". Da alles Betäubt ist, spürt man auch hier keinen Schmerz, aber man spürt eben schon alle Bewegungen. Da auch alles taub ist, hatte ich eher den Eindruck, dass sich jede Bewegung 100mal größer anfühlt, als sie tatsächlich ist. In Wirklichkeit sind es aber nur wenige Millimeter und Schmerzen hatte ich an diesem Punkt gar keine. Ich würde es als ein wenig unangenehm bezeichnen, aber mehr auch nicht.

Das schlimmste hat man an dieser Stelle schon überstanden, das Einsetzen des Sensors ist schnell gemacht. Der wird einfach nur an die vorbereitete Stelle geschoben und anschließend wird alles mit kleinen Pflasterstreifen verschlossen. Oben drüber kam noch ein größeres Pflaster und fertig.

Die Wunde mit den Pflasterstrips (Aufnahme vom nächsten Morgen). 

Der sterile Wundverband soll nur die ersten 48 Stunden getragen werden. 


Ich hatte nach der Prozedur keine Probleme mit dem Kreislauf oder ähnlichem und konnte direkt zurück zu meinen Mitstreitern welche in der Zwischenzeit die Schulung zum System bekommen hatten.

Diese wurde für mich in kompakterer Form wiederholt, da ich das System ja schon aus der Studie ziemlich gut kenne.

Zu den ersten 24 Stunden mit dem Sensor berichte ich euch direkt im nächsten Post, das wird onst doch alles zu lang hier :)

Sonntag, 9. Juli 2017

Viele Neuigkeiten


Ich bin seit 22 Jahren Diabetikerin. Alles mittlerweile Routine könnte man meinen. Oft ist es das auch. Und dann kommen doch immer wieder diese Phasen, in denen auf einmal so unglaublich viel Neues passiert!

Ich habe aktuell so eine Phase und weil der Platz für Schriftbeiträge auf Instagram dann doch begrenzt ist, heute seit langer Zeit mal wieder ein Beitrag auf dieser Plattform.

Ich nutze seit knapp 2 Wochen Fiasp. Eigentlich war ich sehr skeptisch und hatte nicht vor zu wechseln. Ich zweifele ja immer an so Werbeversprechen wie "Endlich ein noch schnelleres Insulin" etc. Den mal ehrlich: Bislang wurde jedes neue Kurzwirksame Insulin mit dem Titel "kein Spritz.- Ess- Abstand mehr" beworben.
Hat bei mir mit meinem hohen Insulinverbrauch und der unglaublich schnellen Reaktion auf Kohlenhydrate noch nie geklappt.

Fiasp habe ich jetzt dennoch, vor allem weil meine DiaBeraterin meine Kometenhaften Anstiege nach jedem Essen sehr bedenklich fand.
Ich habe es die ersten Tage im Einmalpen ausprobiert und die Wirkung war super. Aus diesem Grund habe ich mir einen NovoPen5 und Fiasp als Penampullen verordnen lassen. Meine Pumpe trage ich trotzdem noch, und die Basalrate läuft momentan auch noch unter Apidra. Ich möchte einfach gerne erst das ganze angebrochene Insulin aufbrauchen. Zudem läuft es richtig gut!
Ob es aber wirklich am neuen Insulin liegt, kann ich nicht einmal sagen. Ich spritze meine Boli und Korrekturen per Pen und achte darauf, nicht mehr als 8 Einheiten auf einmal an eine Stelle zu injizieren. Wenn der Bolus größer ist (was oft genug der Fall ist) steche ich zweimal. Bislang stört es mich wenig bis gar nicht. Liegt aber vor allem wohl daran, dass ich ja die Wahl habe. Sobald mich meine kombinierte Pumpen-/ICT- Therapie, kann ich einfach das Fiasp in die Pumpe füllen.

Was ist dran am Wirktempo?
Ich habe auch unter Fiasp einen Spritz- Ess- Abstand (SEA). Und zwar immer noch knapp 15-20 Minuten. Momentan bin ich noch so motiviert, dass ich mir große Mühe gebe, ihn einzuhalten. Hypos hatte ich damit bislang nur bei sehr fettigem Essen wie Burger mit Pommes.
Was endlich gut wirkt ist das Korrekturinsulin. War ich vorher oft stundenlang hoch, kriege ich die Werte unter Fiasp deutlich schneller wieder unter Kontrolle.



Eine Besserung zeichnet sich auch in einem anderen Bereich ab: Bislang stelle ich mir eigentlich jede Nacht einen oder zwei Wecker. Meistens gehe ich gegen 22:30 Uhr schlafen, um 1:30 piept mein Libre um mich zum Scannen zu wecken. Der nächste Alarm kommt um 5:30 und um 6:30 klingelt der Wecker zum aufstehen.
Für mich war das bislang ein funktionierendes Konzept. Allerdings merke ich auch, dass es manchmal ganz schön an der Energie zerrt. Schließlich habe ich eine Vollzeitstelle und bräuchte auch mal ein paar Nächte zum Durchschlafen. Da ich aber immer ziemliche Schwankungen in beide Richtungen habe, war Durchschlafen bislang auch keine Alternative. Wenn ich die ganze Nacht bei 350 gelegen habe, bin ich morgens wie gerädert. Dann doch besser den Wecker stellen und korrigieren.
Vielleicht hat das ganze aber nun bald ein Ende :) Zufällig hat Facebook mir neulich nämlich mal wirklich interessante Werbung angezeigt. Der Sensor von Senseonics in Kooperation mit Roche ist marktreif! Ihr habt bestimmt davon gehört, dass ist der Sensor, der unter die Haut implantiert wird, der nicht wasserdicht ist, dessen Transmitter alle viel zu groß finden und den außer mir scheinbar wirklich jeder total doof findet :D
Ich habe ihn in einer Studie getragen und seitdem sehnsüchtig auf die Marktreife gewartet.

Da ich am selben Tag einen Termin in meiner Praxis hatte, habe ich direkt meine Beraterin belagert. Was ich lange nicht angegangen bin, haben wir jetzt gestartet: Die Beantragung eines CGMs. Da meine Kasse das Libre finanziert, bin ich unsicher ob es klappen wird. Andererseits war man bei der letzten Quartalskontrolle nicht begeistert von den vielen Hypos die sich in der Auswertung zeigen. Wäre also eine Begründung. Warten wir es ab.
Ich habe mich also auf eine laaaange Wartezeit eingestellt, jedoch habe ich am selben Tag noch einen Anruf erhalten. Meine Beraterin hat mit der Außendienstmitarbeiterin von Roche gesprochen. Und siehe da: Ich kriege den Sensor eingesetzt, ohne Kostenzusage der Krankenkasse, ohne abzuwarten, wie der Antrag entschieden wird.
Schon am 17.Juli, also in einer Woche habe ich den Termin und Münster und fiebere der ganzen Aktion entgegen.
Es ist ein kleiner Eingriff, aber da ich es schon aus der Studie kenne, macht mir das keine Sorgen.
Damals wurde eine Stelle am Arm örtlich betäubt, sobald das Mittel wirkt wird ein kleiner Hautschnitt von knapp 8mm gesetzt und der Sensor unter die Haut geschoben. Verschlossen wird das ganze mit einem Pflasterstrip, am nächsten Tag war bereits alles oberflächlich verheilt. Schmerzen hatte ich danach wirklich gar keine, auch als die Betäubung nachließ. Ich hoffe einfach mal, dass es diesmal auch so unkompliziert läuft, schließlich muss auch diesmal der Doktor das Verfahren wieder erst einmal üben. Aber wie sagte meine DiaBeraterin: "Sie sind ja eh für jeden Mist zu haben"
Recht hat sie! Ich werde euch auf dem Laufenden halten, vermutlich auch am Montag selbst. Mal schauen ob ich von dem Eingriff Fotos oder ein Video machen darf, aber das werdet ihr dann über Instagram sehen.

Insgesamt also einige große Neuerungen, die dazu führen, dass ich momentan wieder unglaublich motiviert bin. Früher brauchte ich solche "Highlights", um mich aus meinem Alltagstrott zu reißen und dem Diabetes wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Momentan ist das gar nicht nötig, es läuft ganz gut nebenbei. Dennoch ist es toll, sich mal wieder so richtig auf etwas zu freuen und hinzufierbern! Geht es euch auch so bei Diabeteskram? Oder sagt ihr eher "Gott, lass mich bloß damit in Ruhe, ich will nicht mehr Aufwand als nötig?"


Samstag, 4. März 2017

Veränderungen und Bye Bye Open Blog


Schönen Samstag euch allen!

Ich melde mich zurück, mit einem neuen Design (auch wenn es nur eins der Standart Designs ist, was Blogger mit vorgibt) und einer Verbindung zu meinem Instagram- Account.
Wenn alles gut läuft, solltet ihr beim Lesen jetzt rechts neben dem Post ein Fenster mit dem letzten Beitrag sehen, welchen ich auf Instagram hochgeladen habe. Um den Text dazu lesen zu können, braucht ihr keinen eigenen Account! Auf das Bild klicken reicht schon um alles lesen zu können.

Ich habe mir in den letzten Wochen einige Gedanken dazu gemacht, wie es mit diesem Blog weitergehen soll.
Für mich ist beim "normalen!" bloggen einfach die Luft raus. Die Beiträge in der Dedoc bestehen (meinem Meinung nach!) zu 80% aus irgendwelchen immer gleichen Werbebeiträgen von irgendwelchen großartigen Veranstaltungen er Pharmafirmen. Gefühlt kriege ich regelmäßig (immer dann, wenn eine neue Veranstaltung stattfindet) 8 mal den selben oder zumindest sehr ähnlichen Post angezeigt.
Die wenigen Blogs, auf denen es sich tatsächlich noch um das Leben mit Diabetes dreht, um die großen und kleinen Probleme, die Schwierigkeiten, die Höhen und Tiefen, Ängste und Sorgen, großartigen Momente und Sternstunden, die gehen dazwischen unter, so zumindest mein Eindruck.
Zudem finde ich hat der Zusammenhalt gelitten. Beim letzten Typ1Day gab es nicht mal mehr eine öffentliche "WarmUp" Party oder ein gemeinsames Bierchen am Ende.

Bei meinem persönlichen Nutzungsverhalten kommt zusätzlich dazu, dass ich merke, dass ich oft einfach keine Zeit mehr habe, lange Post zu schreiben oder auch zu lesen. Er passieren einfach nicht ständig aufregende, großartige Sachen, zu denen ich 17000 Zeichen tippen kann.
Aus diesem Grund vor allem bin ich seit letztem Jahr auf Instagram aktiv und wirklich beeindruckt, wie unglaublich aktiv die Community hier weltweit ist! Ich habe so viele Interessante Diskussionen mit Leuten überall in der Welt. Und vor allem: Ich habe endlich wieder Einblicke in das normale, das alltägliche Leben mit Diabetes! Jemand feiert seine neue Pumpe, bangt vor seinem aktuellen Langzeitwert, ein blutiger Katheter, ein angebranntes Abendessen und der schon abgegebene Bolus. Das sind die kleinen, ganz normalen Vorkommnisse, die jedem von uns früher oder später mal passieren. Hier zu sehen: "Ah, anderen geht es genauso!" das ist es, was mich immer wieder motiviert und mir hilft, nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

Was bedeutet es nun für meinen Blog hier: Die Seite wird weiterhin bestehen bleiben. Wer mir auf Instagram folgen mag, ist herzlich dazu eingeladen (@sandriabetes1). Wer kein Instagram hat, wird die Bilder und Beiträge auch hier lesen können. Ansonsten werden aber über diesen Blog auch in der nächsten Zeit keine größeren Beiträge erscheinen, außer ich habe mal wieder ein Thema, was mir so sehr unter den Nägel brennt, wie dieses hier heute.

Ich werde meinen Blog aus dem OpenBlog bei der Dedoc löschen lassen, denn für mich ist dies momentan ein wenig sinnvolles Gadget. Ich mag den persönlichen Austausch, ich mag die privaten, die kleinen Geschichten. Und für meinen Geschmack ist alles zu kommerziell geworden. Natürlich bin ich auch ein bisschen neidisch auf all die tollen Ausflüge zu den ganzen großen Veranstaltungen. Aber für mein privates Leben, für mein Leben mit Diabetes Typ 1, stehen andere Dinge im Vordergrund. Ich freue mich immer unglaublich, wenn ich angeschrieben werde von "neuen" Diabetikern, die einfach ganz lebenspraktische kleine Fragen haben. Das ist es, was ich bewirken möchte, Hilfestellung geben wenn man einfach mal nicht weiter weiß.
Und aus diesem Grund fühlt es sich für mich nicht richtig an, weiterhin im OpenBlog zu sein. Lange genug habe ich es jetzt immer wieder überdacht, aber letztendlich finde ich keine andere Lösung.

Es war eine schöne Zeit bei euch, aber manchmal trennen sich Wege, ändern sich Blickweisen, verliert man das Ziel aus den Augen.

Über Feedback und eure Meinung freue ich mich, vermutlich werden es sehr viele wohl eh anders sehen :)

Dienstag, 22. November 2016

Neulich beim Augenarzt...


Es ist November, Diabetes Monat, wie es momentan ja überall so schön beworben wird.

Ich hab mich bislang an wenig von dem ganzen Trubel beteiligt, meist reicht die Zeit nur für Postings auf Instagram.  Völlig kurzentschlossen habe ich jedoch gestern endlich mal die Nummer vom Augenarzt rausgesucht und einen Termin für die lange überfällige Kontrolluntersuchung vereinbart. Als Kassenpatientin bin ich es ja gewöhnt, lange auf Termine zu warten... diesmal war die Aussage: "Klar, mnorgen früh um neun!". Ähm, was? Okay... bevor ich lange warten muss und wieder kneife, lieber zusagen.
Mit dem Chef abgeklärt, heute als erstes also zum Augenarzt.

Was soll ich sagen: Ich hasse Augenarzttermine. Bitte schreibt mir, wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt, aber meine bisherigen 7 oder 8 Augenärzte waren alle schrecklich unfreundliche oder unsympathische Menschen. Viele reagierten frech, wenn man seinen Befund erklärt haben wollte, einige gaben den Tipp, bei Typ 1 doch bitte mal abzunehmen, dann könnte ich mir "das mit dem Insulin" auch sparen. Gut betreut, ernst genommen und als Kunde habe ich mich noch nie irgendwo gefühlt. Meistens bin ich die letzten Jahre immer völlig aufgelöst und weinend aus Praxen gestürzt nachdem man mir versichert hatte "wir gewöhnen sie schon noch an unsere Behandlungsmethoden". Überflüssig zu erwähnen, weshalb ich bereits so viele Augenärzte durch habe.
Meistens habe ich einfach das Gefühl, sie fühlen sich extrem gestört davon, dass hinten am Auge noch ein Mensch dran hängt.

Tja, mit ähnlichen Erwartungen ging ich also auch heute zum Arzt. Diesmal allerdings fest entschlossen, mir ein unverschämtes Verhalten nicht bieten zu lassen. Dazu zu sagen: Ich war schon mal dort und die Erfahrungen waren mies. Da man hier auf dem Land aber nicht soviel Auswahl hat... naja ich dachte, es könnte ja diesmal anders sein. Oder ich bin einfach auch erwachsener geworden und hätte es mir letztes mal nur eingebildet.

Die Arzthelferinnen waren nett, Wartezeit kurz, kaum Patienten in der Praxis. Handynutzung im Wartezimmer aber strikt verboten. Warum, konnte keiner erklären. Ich liebe Regeln, die keine Begründung haben.
Gut, nach der zweiten Ladung Tropfen ist Facebook eh nicht mehr zu entziffern.
Durfte dann in den Behandlungsraum. Hinsetzen, warten.

Tür auf.
Doc:"Wie ist der Hba1c?"
Ich: "Guten Morgen. Der letzte war 6,9".
Doc: "...jaja, Guten Morgen. Naja, das ist gut."

Sowas treibt mich ja schon auf die Palme. Wie unhöflich! Man stürmt doch nicht einfach rein ohne sich überhaupt vorzustellen oder ähnliches!

Die Untersuchung war dann ja zum Glück wie immer kurz und schmerzlos. Retinopathie negativ, aber scheinbar habe ich eine beginnende Veränderung an der Linse. Ich müsste vermutlich vor meinem 60sten Geburtstag wegen Grauem Star operiert werden. Und tschüs!

Äh, moment mal?!
Auf Nachfragen wurde dann noch schnell genuschelt "Das ist normal.. kriegt jeder Diabetiker.. kriegen alte Leute sowieso.
Woran merke ich sowas?
"Wird ihnen der Augenarzt schon sagen wenns soweit ist".

Und weg war er.

Toll, sowas liebe ich. Und die Ärzte wundern sich ernsthaft, weshalb jeder Patient google befragt.
Zu Graue Star sagt Google mir, das es tatsächlich gerade bei Typ 1ern eine stark erhöhte Chence gibt, dass Grauer Star früher als üblich auftritt. Standardmäßig kriegt das ab einem bestimmten Alter aber eh fast jeder.

Mich tröstet, dass in knapp 30 Jahren mein Augenarzt von heute vermutlich schon lange in Rente ist. Und selber Grauen Star hat. Hoffentlich trifft er dann auf Menschen, die sich mehr Zeit nehmen. Oder wenigstens Spaß an ihrem Job haben. "Augen auf bei der Berufswahl" ist bei einem Augenarzt irgendwie ganz besonders zynisch.

Der nächste Termin ist in 12 Monaten, vllt finde ich bis dahin einen anderen Arzt. Aus Kommentaren unter meinem Instagram- Post schließe ich aber, dass nette Augenärzte leider die totale Ausnahme zu sein scheinen.
Wenn irgendwer das hier liest, und selber aus diesem Bereich kommt: Über Erklärungen zum Phänomen würde ich mich sehr freuen! Über Vorschläge zu netten Augenärzten im Bereich OWL übrigens auch!

Bis dahin bin ich einfach nur froh, dass bislang 21 Jahre Diabetes keine der bekannten Folgeerkrankungen bei mir ausgelöst haben.

Allerdings habe ich die Tropfen diesmal richtig schlecht vertragen. Nachdem ich mehrmals darauf hingewiesen wurde, die nächsten 2-3 Stunden nicht Auto zufahren, habe ich mich schon auf der Arbeit gemeldet, dass ich vermutlich heute nicht mehr kommen würde.
Das ich tatsächlich aber bis abends um 5 nicht richtig gucken konnte (Autofahren und lesen waren schlicht nicht möglich und meine Pupillen immer noch weit wie Untertassen), dass war mir neu. Durch das ständig schlechte sehen ging es mir im Ganzen nicht gut, Schwindel, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Habe also den Tag im Bett verbracht. Erst vor ein paar Stunden wurde es jetzt besser, sodass Fernsehen und Leen wieder möglich waren. Man wird scheinbar einfach nicht jünger... denn so kannte ich das bislang nicht.