Mittwoch, 1. Juni 2016

Update zum Freestyle Libre


Ein Blick in den Kalender zeigt: Ganz langsam wird es wieder Sommer. Und für mich bedeutet es, dass ich mittlerweile fast ein Jahr das Freestyle Libre durchgängig benutze. Insgesamt bin ich aktuell bei Sensor Nummer 21.

Hier findet ihr meinen damaligen Bericht zu meinen ersten Eindrücken.

Damals muss ich sagen war ich ziemlich skeptisch. Als Selbstzahler hätte ich vermutlich nicht weitergemacht. Aber da meine Kasse ja zahlt... ;)

Mittlerweile möchte ich es nicht mehr abgeben. Ich wollte euch mal eine kurze Auflistung zu meinen persönlichen Pro`s und Contra`s schreiben.

Pro: 

Diskretion
Mal eben schnell messen, den Wert checken, ohne das jemand es mitbekommt. Wirklich bequem. Und gerade im Job ist mir das wichtig. Anonsten würde ich vermutlich während der Arbeit oft gar nicht messen

Bequem
Es geht so schnell! So einfach. Ein Knopf drücken, scannen, fertig. Auch hier: Gerade im Job für mich super.

Verlaufskurve
Auch hier: Wenns im Job stressig wird, scanne ich vllt auch mal eine ganze Weile nicht. Und trotzdem habe ich danach kein schlechtes Gewissen, weil ich die Werte der letzten Stunden ja angezeigt bekomme. Ich kann also abschätzen, wie es gelaufen ist.

Bestellung
Jawohl, hier muss ich sagen, hat Abbott richtig gut zugelegt. Die Bestellungen klappen mittlerweile problemlos. Ich habe immer das Musterrezept für meine Praxis dabei, beantrage das alles Online, warte eine Weile und schon kriege ich Post. Läuft!

Auswertung im Gerät
Das gefällt mir tatsächlich gut. Mal eben schnell den Tagesverlauf durchblättern, den Durchschnitt vergleichen... unkompliziert und übersichtlich. Mir reicht das so.

Genauigkeit
Man höre und staune, aber auch hier muss ich meine anfänglichen Zweifel beiseite räumen. Mittlerweile bin ich mit der Genauigkeit sehr zufrieden. Manchmal kommt es nicht ganz perfekt hin, aber der grobe Bereich stimmt seit Sensor Nummer 9.
Insgesamt habe ich von 21 Sensoren 5 Stück reklamiert.

Contra:

Gerät
Ja, leider. Das Lesegerät an sich, ist für mich ein eindeutiger Nachteil. Ich mag die Haptik nicht, es ist zu leicht, es klappert (manchmal) und der Touchscreen ist für uns Smartphonegeneration ein Graus. Man gewöhnt sich an alles aber wäre super, wenn man nicht viermal auf einen Punkt drücken muss, bis er reagiert. Hier ein tolles Gimick, weiter unten unter "Tipps".

Tagebuchfunktion
Könnte so schön sein. Ist sie aber nicht. Für mich viel zu wenig Optionen, zu grobe Dosierschritte, zu langsame Reaktion und Eingabeoption. Sport zb wird im Display gar nicht angezeigt sondern nur beim auslesen am PC. Öde!

Display
Zerkratzt übelst schnell! Ich habe mir mittlerweile eine Schutzfolie geholt, aber wenn da einfach ein bisschen mehr Qualität drin wäre, sehr gerne.



Hotline
Habe ich bei der Befragung schon mehrfach angegeben. Die Hotline anzurufen nervt mich tierisch. Die Mitarbeiter sind super freundlich und bislang hatte ich da auch im normalen Vorgang keine Probleme.
Aber bis man erstmal zu einem Mitarbeiter gelangt, quält man sich durch gut 3 Minuten Bandansage mit Dingen wie "nutzen sie die Homepage" "drücken sie die 1" "bitte nehmen sie and er Umfrage teil..." das nervt mich richtig. Und leider hört sich das ganze auch an, als wenn es jemand bei 120 auf der Autobahn auf das Band gesprochen hat. Sorry Abbott, aber das geht besser.

Allergie
Ja, auch mich hat es bei Sensor Nummer 14 erwischt. Alles eitrig, blutig und offen. Seitdem nutze ich unter jedem Sensor Blasenpflaster (siehe weiter unten unter "Tipps").

Klebefähigkeit
Hm, also das haut bei mir auch nicht hin. Er klebt nicht. Häufig löst sich schon nach einem Tag das Pflaster am Rand ab. Das ist mir so zu unsicher, ich tape also jeden Sensor mit Kinesiotape.

Tipps:

Dokumentation
Hiermit meine ich nicht Tagebuch schreiben. (Dafür habe ich leider auch noch keine gute Lösung gefunden!)
Aber ich dokumentiere seit dem ersten Sensor die wichtigen Eckpunkt. Ich notiere mir die Seriennummer, der wievielte Sensor es für mich ist, wann ich ihn gelegt habe, bis wann er laufen soll, wie lange er tatsächlich gelaufen ist, wie die Genauigkeit war und wie meine Haut reagiert. Seit der Allergie auch zusätzlich noch, welche Pflaster etc ich benutzt habe.

So sieht meine Dokumentation dann aus

Schutzcover
Habe ich selbst erst vor kurzem entdeckt: mylibrecover.com. Absolut großartige Hüllen. Passen perfekt, sind von einem Nutzer produziert, in Deutschland hergestellt und lösen für mich das Problem der billigen Haptik. Werde mir definitiv noch eine grüne bestellen, sobald diese wieder lieferbar sind!



Kinesiotape
Ohne gehts nicht mehr. Ich tape alle meine Sensoren. Einfach ein ca 10cm langes Stück nehmen, die Ecken abrunden und mit leichtem Zug drüber kleben. Wenns gut läuft, hält das Tape sogar bis zu 10 Tage.
Mein Tipp für alle die eher im Westen oder Norden von Deutschland leben: Action! Dieser Billigladen hat das für mich beste und günstigste Tape überhaupt. Knapp 2€ für eine 10Meter Rolle, diverse Farben und ne gute Klebekraft. Da hatte ich schon deutlich teurere, die deutlich mehr gekostet haben.
Ach ja: Ich glaube nicht daran, dass man das Loch in der Mitte des Sensors freilassen muss. Das die Haut dadurch "atmet" oder sowas. Ich klebe es zu. Und zwar immer!



Deko
Kann man für 1-2€ pro Stück kaufen, kann man sich aber auch selbst machen. Ich habe eine Kreisstanze, die perfekte Kreise für den Sensor ausstanzt. Aus Washisheets oder Papier ausgestanzt, ausgeklebt, fertig. Alle Motive deiner Wahl verfügbar und so viele man mag. Und kostet quasi nix. (Ausschneiden ist natürlich noch günstiger ;) )



Hansaplast Blasenpflaster
Meine Lösung gegen die Allergie. 5 Stück kosten knapp 6-7€ in der Apotheke. Wichtig: Die große Größe nehmen! Die Ränder ein bisschen abschneiden, auf die Haut kleben, Sensor durchstechen (ja, kein Loch rein, einfach durchstechen!) fertig. Hat bei mir bislang 7 Sensoren lang hervorragend geklappt.






So, natürlich ist meine Liste der Contras immer noch ganz schön lang. Aber für viele kleine Probleme habe ich mir mittlerweile meine eigenen Lösungen gebastelt. Und die Vorteile im Alltag überwiegen einfach! Ich hoffe auf ein "Leserät 2.0" und natürlich immer noch die implantierten Sensoren, aber bis dahin werde ich erstmal ganz zufrieden weiter scannen.
Viele Eindrücke findet ihr auch auf meinem Instragram Account, dort heiße ich "sandriabetes1"

Liebe Grüße!






Montag, 7. März 2016

Erfahrungen mit implantiertem Glukosesenor


Aktuell tauchen die ersten konkreten Nachrichten zu einem Produkt auf, auf dass ich seit knapp 2 Jahren warte: Den implantierbaren Sensor der Firma Senseonics (https://senseonics.com).

Ich freue mich wirklich auf den Moment, wo dieser endlich auf dem deutschen Markt erscheint und werde euch deshalb mal von meinen Erfahrungen berichten.

Anfangen tat alles damit, dass ich mich bei https://www.profil-forschung.de als Studienteilnehmerin beworben hatte.
Irgendwann erhielt ich einen Anruf, ob ich noch an einer Studienteilnahme interessiert sei und man berichtete mir grob, dass es um einen implantierten Sensor gehen würde. Natürlich fand ich das super spannend und hatte auch kurz darauf die Studienunterlagen zuhause, ebenso wie einen Termin für eine Voruntersuchung und Information.

Um es kurz zu fassen: Ich bekam im Sommer 2014 als erste Patientin in Deutschland diesen Sensor eingesetzt.
Hierfür hatte ich einen ambulanten Termin im Studieninstitut in Neuss, die Betreuung hier war übrigens absolut super!
Das einsetzen des Sensors wurde von einem Chirurgen durchgeführt, der von einem Mitarbeiter des Unternehmens in dieses Verfahren unterwiesen wurde. Der Chirurg hatte das bis dato so also auch noch nicht gemacht und ich muss gestehen, dass ich schon ein wenig nervös war. Zudem standen ein Haufen Leute um mich rum, die alle gebannt zuschauen wollten und eine Kamera, welche den Eingriff aufzeichnen sollte.

Das ganze war am Ende denkbar unspektakulär. Nach der gründlichen Desinfizierung meines Oberarms wurde die Stelle betäubt. Danach wurde ein kleiner Hautschnitt von knapp einem Zentimeter gesetzt und des Sensor in die nun entstandene kleine Hauttasche gesetzt.
Das ganze wurde auf dem anderen Arm wiederholt, da ich für die Studie zwei Sensoren tragen musste.

Durch die Betäubung war das ganze absolut Schmerzfrei und hat auch kaum geblutet. Die beiden Hautschnitte wurden mit kleinen Strips verschlossen und mit je einem Pflaster abgedeckt.

Yoweit ich mich erinnere war dann erstmal 2 Stunden Pause, anschließend wurden auf beiden Armen die Transmitter befestigt und wir haben die ersten Kalibrierungen durchgeführt.

An dem Abend bin ich dann nach Hause gefahren, allerdings nur mit einem Transmitter, der zweite wurde nur benötigt, wenn ich zu den Testtagen im Studieninstitut sein würde (ich hatte im laufe eines halben Jahres knapp 7 oder 8 Termine).

Zusätzlich zu dem Transmitter erhielt ich einen iPod mit der installierten App, welche die Werte des Transmitters per Funk empfangen konnte und mir eine Blutzuckerkurve darstellte.

Nochmal zum Sensor: Nachdem das ganze Abgeheilt war (schon knapp 3 Tage später), konnte man den Sensor unter der Haut fühlen. Wenn man mit dem Finder auf die Stelle gedrückt hat, konnte man ihn wie eine kleine "Bohne" spüren. Gestört hat er mich in den 2 Monaten die meine Studie lief nie, ich fand es tatsächlich super befreiend, dass er einfach in der Haut sitzt und nicht durch Türrahmen, BH- Träger etc abgerissen werden kann.
Der Transmitter ist tatsächlich schon ein kleiner Brummer, will sagen: Nicht gerade klein. Ich habe ihn immer mit den Pflastern fixiert, hierbei ist wichtig, dass er immer exakt über dem, Sensor sitzen muss. Ich habe keine besonders empfindliche Haut, allerdings hatte auch ich, nachdem ja 4 Wochen am Stück ein Pflaster auf immer der selben Stelle saß, eine recht trockene und strapazierte Stelle dort. Ansonsten habe ich die Pflaster allerdings super gut vertragen. Wie das nur eben über einen Zeitraum von 6 Monaten aussieht, weiß ich nicht.

Mitgeliefert wurde auch eine Art "Armband", so wie man es vom Sport für Smartphones kennt. Leider hat das bei mir nicht gut funktioniert, es konnte den Sensor nicht exakt an der richtigen Stelle halten.

Der Sensor funktioniert übrigens mit einer Technik, die Licht reflektiert, aber da informiert ihr euch besser über die Homepage, so präzise kann ich das nicht erläutern.
Was ich in dem Zusammenhang aber feststellen musste war, dass ich den Sensor bei starkem Sonnenlicht (also im Sommer recht häufig) mit einer zusätzlichen Abdeckung versehen musste. Wenn es zu hell war, konnte der Sensor keine Werte mehr anzeigen. Ich habe den Arm dann zusätzlich mit einer schwarzen Stoffbinde umwickelt.

Ein wichtiger Punkt: Ja, man wird angesprochen. Der Transmitter fällt aufgrund seiner Größe deutlich mehr auf, als zb der LibreSensor oder der Enlite. Damit muss man leben.
Auch damit, dass er nicht wasserdicht ist (bzw. war, als ich an der Studie teilgenommen habe. Ich habe ihn einmal am Tag zum Duschen abgelegt, die 10 Minuten reichen auch zum aufladen. Strom brauchte er nämlich auch spätestens jeden zweiten Tag.
Die Werte wurden in Echtzeit an den iPod übertragen, war dieser mal nicht dabei, wurden die Werte für maximal 2 Stunden gespeichert. Wenn der iPod also zb zuhause vergessen wird und man kommt erst abends wieder, hat man eine Datenlücke. Und kann auch die Werte natürlich nicht ablesen. Ist mir allerdings nie passiert, die wenigsten Leute vergessen ja ihr Handy irgendwo.

Was mich aber begeistert hat: Die Messgenauigkeit! Die Monate, in denen ich den Sensor getragen habe, waren die entspanntesten in meinem Diabetiker- Leben. Wenn die Kalibrierung exakt durchgeführt wurde (bei stabilen Werten etc) hatte ich eine perfekte Übereinstimmung mit den gemessenen BZ- Werten. Und der Timelag (also dass der Gewebszucker langsamer ist als der Blutzucker) war unglaublich klein. Ich habe den iPod beim Radfahren vorne am Lenker befestigt gehabt (Psielkind und so ;) ) und konnte beim losfahren sehen, nach wie viel Minuten sich was tut. Das war quasi Live- Blutzuckerfernsehen. Sport an sich war kein Problem. Das Pflaster hält bombig und selbst wenn es ab fallen würde, kann man es ja einfach neu festkleben. Den Sensor stört es nicht.

Ich war unglaublich traurig und enttäuscht, als mir die Sensoren nach 2 Monaten wieder entfernt wurden, ich hatte die ersten Wochen wirklich Probleme, meine normale Therapie wieder aufzunehmen und meinen Zucker auf herkömmliche Art und Weise zu kontrollieren.
Und seitdem warte ich sehnsüchtigst auf die Markteinführung!

Zur Entfernung der Sensoren noch kurz: Hierfür musste ich wieder in das Studieninstitut, wieder örtliche Betäubung und dann wurde erneut ein kleiner Hautschnitt gesetzt und die Sensoren mit einer Pinzette aus dem Gewebe gezogen. Beim zweiten Arm war es scheinbar ein wenig kompliziert, hier musste ein wenig "geprokelt" werden. War nicht ganz angenehm, tat aber dennoch nicht weh. AUch hiernach sind die Schnitte super verheilt und ich habe jetzt nur noch winzige Narben auf meinen Armen. Ich versuche mal, euch Fotos davon zu machen. Ich habe gerade versucht, euch noch mehr Fotos zu liefern, allerdings will meine externe Festplatte nicht wie ich will :(

Ich kann also nur sagen: Für mich ist dieser Sensor die bislang allerbeste Lösung! Mein Libre ist auch nicht schlecht, aber was die Genauigkeit und die Schnelligkeit sowie den Komfort angeht, bin ich ein Fan von "Sensor unter die Haut".

Wie seht ihr das? Könnt ihr euch so eine Lösung für euch vorstellen? Habt ihr noch Fragen? Schreibt mir gerne, dann versuche ich eure Fragen zu beantworten.

Die Narbe auf meinem rechten Arm, knapp zweieinhalb Jahre nach der ganzen Aktion

Freitag, 19. Februar 2016

Ihr findet mich jetzt auch bei Instagramm!


Da ich zeitlich leider in letzter Zeit kaum dazu komme, hier auf meinem Blog etwas zu schreiben, ich aber trotzdem gerne regelmäßigen Austausch haben möchte, habe ich kürzlich einen Instagram- Account angelegt, auf welchem ich meine "süßen" Erlebnisse mit euch teilen möchte.

Wer mir also folgen möchte, findet mich als "Sandriabetes1" auf Instagram. Ich freue mich auch über eine kleine Nachricht, wenn ihr selbst einen "Diabetes- Account" habt, dem ich dann gerne folgen würde!


Samstag, 6. Februar 2016

So, nachdem ich bislang immer so über die Kundenhotline von Abbott geschimpft habe, heute mal ein positives Beispiel:

Mein Sensor zeigt seit Donnerstag Abend immer schon sehr viel niedrigere Werte an, als das Messegrät (Unterschied teilweise größer als 150mg/dl). Dann dazwischen schon immer wieder Datenlücken und ab 22 Uhr bis morgens um neun nur noch LO. Hab dann am Freitag Vormittag den Kundenservice angerufen und siehe da: Überhaupt kein Problem. Ich musste kaum zu Ende berichten, da sagte der freundliche Mitarbeiter "Nein, so geht das ja auch nicht. Sie kriegen nen neuen."
Hervorragend! So hatte ich mir das vorgestellt. Der Sensor hätte noch 4 Tage laufen sollen, den soll ich jetzt auch wieder einschicken. Gerne doch.

Aber am besten gefiel mir, dass ich diesmal wirklich das Gefühl hatte, ernst genommen zu werden.
Aktuell läuft also der 12 Sensor, 3 davon musste ich jetzt reklamieren (einen davon allerdings wegen "klebt nicht"). Die letzten 3 Sensoren liefen super und ich bin insgesamt wieder deutlich zufriedener mit dem Libre :)

Jetzt müssen nur meine Werte auch noch zufriedenstellender werden -.- Wobei, heute gehts eigentlich wieder. Schon beeindruckend, wie auch immer die persönliche Stimmung von dem Blutzuckerverlauf abhängt!

Sonntag, 24. Januar 2016

Wie lief denn nun eigentlich das Schwimm- Experiment?


Na, das lief tatsächlich ziemlich gut :)
Ich habe im Kühlschrank wirklich noch ein Packung Protaphane- Pens liegen gehabt, die auch ihr Haltbarkeitsdatum noch nicht überschritten hatten. Hab dann also die Pumpe abgekoppelt ( BZ hier 140mg/dl) und 4 Einheiten Basalinsulin gespritzt. Ich hatte mal in einer Schulung gelernt, 1 Einheit pro Stunde, wenn man die Pumpe nur kurz abkoppelt. Habe ich tatsächlich so gut wie noch nie genutzt, da ich in den jetzt 15 Jahren noch nie eine "Pumpenpause" machen wollte. Und auch am Strand etc war sie immer dabei.
Gut, da ich aber wusste, dass mein Insulinbedarf leider momentan recht hoch ist, habe ich den Bedarf auf 1,5 Einheiten hochgerechnet und dann mit 3 Stunden "Pumpenabstinenz" gerechnet. Was mir auch nicht mehr in Erinnerung war, ist die Tatsache, dass meine Basalpens nur ganze Einheiten abgeben können. Deshalb abgerundet auf 4 Einheiten.

Am Schwimmbad angekommen musste wir dann angesichts der Preise ein wenig schlucken, 12 Euro für nur ein bisschen Bahnen ziehen war uns dann doch deutlich zu viel. Die Lösung bot der "Sport- Tarif", Kosten 5 Euro für 60 Minuten. Auch happig, aber gut, dann beeilen wir uns eben.

Gestartet bin ich dann mit dem Zucker von 130mg/dl und wir haben knapp 35 Minuten brav unser Sportprogramm gemacht ;) Dann ging aber die Welle nebenan los und das konnten wir uns ja nicht entgehen lassen. Danach noch einmal schnell die Rutsche testen (Viiiel zu langsam!!!) und dann schnell wieder in die Umkleide um die Zeit nicht zu überziehen.

Zucker war stabil bei 110 laut Libre, passt! Zuhause die Pumpe wieder dran und erstmal schön Kaffee kochen. Insgesamt war die Pumpe also nur knapp 90 Minuten ab, allerdings hat das bei mir schon häufig für nen sportlich- hohen 300er Wert gesorgt.

Nach dem Essen im Anschluss hatte ich allerdings doch ne leichte Hypo, ich hatte beim Pumpe ankoppeln vergessen, dass das Protaphane ja noch wirkte. Ansonsten lief es aber relativ perfekt!

Vielleicht sollte ich mir also auch bei kleinen "Unternehmungen" mal wieder mehr Gedanken machen und nicht einfach nur reagieren...

Blöd nur, dass ich den Basalpen jetzt vermutlich wieder komplett voll entsorgen kann. Es müsste kleine Mini- Flaschen mit nur wenigen Einheiten drin geben... weil so ist das jetzt leider echt Verschwendung. Aber eine richtige andere Idee habe ich da jetzt auch nicht für. Und ne Pumpenpause, nur um das Basalinsulin aufzubrauchen, also ne, wirklich nicht!





Samstag, 23. Januar 2016

Spontan schwimmen


So, endlich Wochenende. Und tatsächlich habe ich für heute mal einen Plan der nicht aus "auf der Couch liegen" und "shoppen" besteht :)

Ich bin mit meiner Schwester zum schwimmen verabredet. Während meines Studiums war ich oft schwimmen, einfach weil das eine der Sportarten ist, die ich noch relativ gerne mache.... -.- Sportmuffel und so....

Das letzte mal ist also tatsächlich lange her, und damals habe ich mir um meinen Blutzucker auch immer nur ziemlich wenig Gedanken gemacht.
Für heute hätte ich eigentlich gerne einen besseren Plan. Ich wollte deshalb hier kurz meine Überlegungen festhalten und danach dann von den Ergebnissen berichten :)

1. Libre: Ist eh abgeklebt mit KinesioTape, soll ja auch ne Weile wasserfest sein. Sollte also klappen.
2. Pumpe: Abkoppeln und zu Hause lassen oder beim Bademeister abgeben? Ich würde aktuell zu "zuhauselassen" tendieren... allerdings weiß ich noch nicht, ob wir nach dem Schwimmen nicht vllt noch irgendwo anders hin fahren... hm... ich denke ich lasse sie hier. Da ich auf das wegfallen der BAsalrate meist ziemlich schnell mit hohen Werten und Ketonen reagiere, werd ich mal gucken ob ich noch nen Basalpen im Kühlschrank habe... und ob der noch haltbar ist. Dann gäbs darüber ne kleine Dosis. Ansonsten habe ich eh Einmalspritzen mit und werde das über engmaschige Korrekturen machen. Immer vor Augen allerdings, dass ich Sport auch so gar nicht mehr gewöhnt bin und deshalb den Zielwert etwas höher ansetzen werde.
4. Essen. Muss mal überprüfen ob ich noch Traubenzucker da habe. Aber irgendwas wird sich finden lassen was man mitnehmen kann ;) Ich bin da nicht so der Top- vorbereitete Vorzeigediabetiker. Wenn ich ne Hypo habe, merke ich das so früh, dass ich auch dann noch Zeit habe, im Auto nach Saft zu kramen oder so (Natürlich nicht während der Fahrt!)
5. Katheter: Kein Ding, bleibt liegen und falls er abfällt gibts nen neuen. Pumpe bleibt ja eh daheim.

Okay, dann werde ich mal schnell alles zusammensuchen, in zwanzig Minuten muss ich da sein, und bislang ist noch nix gepackt. Also erzähl mir keiner als Diabetiker ist man nicht spontan! Da kann man sogar noch schnell nen  Blogpost raushauen bevor es losgeht :)

Ich tauch dann mal ab!

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Jahresrückblick 2015


An Silvester ist es nicht schwierig, auf die Idee zu kommen, mal einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr zu werfen. Mal sehen, was (natürlich besonders auch Diabetes- technisch) so geschehen ist.



Januar

Das war ein schwieriger Monat. Ich hatte meine (nicht wirklich gute) Note für meine Abschlussarbeit an der Fachhochschule bekommen und bekam zunehmend Panik im Bezug auf Jobsuche. Keine Motivation fürs Bewerbungen- schreiben.
In Berlin fand der Typ1Day statt und ich war dabei! Wirklich eine tolle Erfahrung!



Februar

Na, da wurde es dann doch sehr turbulent. Von einem Tag auf den anderen hatte ich eine Vollzeitstelle als Sozialarbeiterin in einer Notunterkunft für Flüchtlinge und stellte fest, dass ich wohl so schlecht doch nicht bin in meinem Job ;)
Der HbA1c lag bei 7,4. Der ungewohnte Stress beim Arbeiten beschwerte mir jedoch so einige 400er Werte.



März

Hier bin ich aus meinem Wohnheim aus- und in mein altes Kinderzimmer eingezogen. Ab jetzt pendelte ich jeden Tag 90 Minuten zur Arbeit hin- und 90 Minuten zurück.
In Münster war Diabetes- Messe, aber tatsächlich hatte ich da einfach keine Zeit für.

April

Im April habe ich in meiner Diabetologischen Praxis einen kurzen Erfahrungsbericht über die DeDoc gehalten :) Ungewohnt, aber irgendwie auch spannend. Besonders die Patienten, die wissen wollten, ob man "dafür" zwingend einen Computer braucht :D
Zudem feierten mein Diabetes und ich 20jähriges! Verdammt, ich werde so langsam richtig alt.

Mai

Am Anfang stand ein Kurzurlaub mit Freunden in Holland, dann mein Geburtstag und weiterhin sehr viel Arbeit.

Juni

Termin beim DiaDoc ergibt einen HbA1c von 7,3. Deutlich besser, als ich angesichts des Stresses und der unterschiedlichen Arbeitszeiten erwartet hätte.

Juli

Erneut ein Umzug. Diesmal zurück nach Münster, endlich nicht mehr pendeln. Der Plan war, mehr Zeit für Sport und bessere Blutzuckerwerte zu haben. Fail.
Aber auch 4 Tage zelten mit einer guten Freundin an der Nordsee. Endlich auch mal ein paar Tage Entspannung. Auch wenn wir das Zelt am Ende im strömenden Regen abbauen mussten.

August




Im August habe ich ganz viel Zeit (naja zumindest viel Zeit von der wenigen Freizeit) mit Freunden verbracht. Kino, DVD- Abende und Stand- up Surfen auf dem Kanal standen an. Aber auch ein Vorstellungsgespräch, zu dem ich eigentlich nur gegangen bin, um die Erfahrung mal mitgemacht zu haben. Am Tag danach kam die Zusage, und wieder sollte sich alles ändern.

September




Anfang September habe ich das Libre endlich bekommen.
Zwei Wochen später hatte ich ein Kamerateam von Arte in meiner Wohnung und durfte Filmluft schnuppern ;) Ich wurde als Libre- Nutzerin gefilmt und interviewed, allerdings befürchte ich, dass ich mich als völliger Datenschutztrottel dargestellt habe. Falls der Beitrag nicht zu peinlich ist, verlinke ich ihn vielleicht hier...
Der HbA1c lag allerdings leider bei 7,9. Da rächte sich der Schichtdienst dann doch irgendwie.
Ende September dann wieder ein Umzug. Diesmal in die Nähe meiner Heimatstadt Soest. Endlich eine richtige komplette, sehr schöne Wohnung nur für mich!

Oktober


Internationales Klientel- internationale Küche. Neue Herausforderungen an die Schätz- Künste was KH angeht.

1. Arbeitstag im neuen Job. Wenn ich die Probezeit überstehe, hab ich das für die nächsten zwei Jahre sicher. So eine langfristige Planung gab es die letzten Jahre noch nie!
Es standen viele "Erwachsenen- Termine" an. Bank, Versicherung, Strom, Internet, Telefon und Möbelkaufen. Zum Glück haben meine Eltern viel beim Umzug und Einzug geholfen.

November

So langsam fasse ich Fuß im neuen Job. Die Probezeit ist unbemerkt verstrichen. Geregelte Arbeitszeiten sind deutlich besser für den Blutzucker. Allerdings fahre ich hier auch kaum noch Rad, sondern viel Auto. Also leider gar kein Sport aktuell. Ist aber auch einfach immer schon dunkel wenn ich nach Hause komme!

Dezember




Adventszeit. Kekse backen in der eigenen Küche, gab sogar Kohlenhydratfreie Lebkuchen. Schmeckten aber wie Knäckebrot,  nur mit extra viel Schokoglasur ging es halbwegs :D
Eine neue Diabetologin (ich hatte bislang nur männliche Ärzte..) und noch dazu trägt sie Kopftuch und redet unglaublich schnell und viel. Irgendwie eine ungewohnte Situation, aber sehr sympathisch. Das könnte was werden mit uns. HbA1c bei 7,2! Das hat mich wirklich überrascht. Und ich habe richtig viel Lob geerntet von meiner neuen Ärztin. Das geht runter wie Schokosoße :)

So, das war mein 2015. Es ist sooo viel passiert und es war schon ziemlich anstrengend. Aber was ich gelernt habe ist, dass ich was kann und leistungsfähig bin. Mit Diabetes.

In 2016 würde ich unglaublich gerne mal wieder einen Langzeitwert mit einer 6 vor dem Komma haben. 6,9 würde schon völlig reichen! Und wieder Sport machen. Könnte auch helfen, dass erste Ziel zu erreichen.

Ich wünsche euch allen einen guten Start in das neue Jahr und allzeit Insulin in der Nadel!