Samstag, 4. März 2017

Veränderungen und Bye Bye Open Blog


Schönen Samstag euch allen!

Ich melde mich zurück, mit einem neuen Design (auch wenn es nur eins der Standart Designs ist, was Blogger mit vorgibt) und einer Verbindung zu meinem Instagram- Account.
Wenn alles gut läuft, solltet ihr beim Lesen jetzt rechts neben dem Post ein Fenster mit dem letzten Beitrag sehen, welchen ich auf Instagram hochgeladen habe. Um den Text dazu lesen zu können, braucht ihr keinen eigenen Account! Auf das Bild klicken reicht schon um alles lesen zu können.

Ich habe mir in den letzten Wochen einige Gedanken dazu gemacht, wie es mit diesem Blog weitergehen soll.
Für mich ist beim "normalen!" bloggen einfach die Luft raus. Die Beiträge in der Dedoc bestehen (meinem Meinung nach!) zu 80% aus irgendwelchen immer gleichen Werbebeiträgen von irgendwelchen großartigen Veranstaltungen er Pharmafirmen. Gefühlt kriege ich regelmäßig (immer dann, wenn eine neue Veranstaltung stattfindet) 8 mal den selben oder zumindest sehr ähnlichen Post angezeigt.
Die wenigen Blogs, auf denen es sich tatsächlich noch um das Leben mit Diabetes dreht, um die großen und kleinen Probleme, die Schwierigkeiten, die Höhen und Tiefen, Ängste und Sorgen, großartigen Momente und Sternstunden, die gehen dazwischen unter, so zumindest mein Eindruck.
Zudem finde ich hat der Zusammenhalt gelitten. Beim letzten Typ1Day gab es nicht mal mehr eine öffentliche "WarmUp" Party oder ein gemeinsames Bierchen am Ende.

Bei meinem persönlichen Nutzungsverhalten kommt zusätzlich dazu, dass ich merke, dass ich oft einfach keine Zeit mehr habe, lange Post zu schreiben oder auch zu lesen. Er passieren einfach nicht ständig aufregende, großartige Sachen, zu denen ich 17000 Zeichen tippen kann.
Aus diesem Grund vor allem bin ich seit letztem Jahr auf Instagram aktiv und wirklich beeindruckt, wie unglaublich aktiv die Community hier weltweit ist! Ich habe so viele Interessante Diskussionen mit Leuten überall in der Welt. Und vor allem: Ich habe endlich wieder Einblicke in das normale, das alltägliche Leben mit Diabetes! Jemand feiert seine neue Pumpe, bangt vor seinem aktuellen Langzeitwert, ein blutiger Katheter, ein angebranntes Abendessen und der schon abgegebene Bolus. Das sind die kleinen, ganz normalen Vorkommnisse, die jedem von uns früher oder später mal passieren. Hier zu sehen: "Ah, anderen geht es genauso!" das ist es, was mich immer wieder motiviert und mir hilft, nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

Was bedeutet es nun für meinen Blog hier: Die Seite wird weiterhin bestehen bleiben. Wer mir auf Instagram folgen mag, ist herzlich dazu eingeladen (@sandriabetes1). Wer kein Instagram hat, wird die Bilder und Beiträge auch hier lesen können. Ansonsten werden aber über diesen Blog auch in der nächsten Zeit keine größeren Beiträge erscheinen, außer ich habe mal wieder ein Thema, was mir so sehr unter den Nägel brennt, wie dieses hier heute.

Ich werde meinen Blog aus dem OpenBlog bei der Dedoc löschen lassen, denn für mich ist dies momentan ein wenig sinnvolles Gadget. Ich mag den persönlichen Austausch, ich mag die privaten, die kleinen Geschichten. Und für meinen Geschmack ist alles zu kommerziell geworden. Natürlich bin ich auch ein bisschen neidisch auf all die tollen Ausflüge zu den ganzen großen Veranstaltungen. Aber für mein privates Leben, für mein Leben mit Diabetes Typ 1, stehen andere Dinge im Vordergrund. Ich freue mich immer unglaublich, wenn ich angeschrieben werde von "neuen" Diabetikern, die einfach ganz lebenspraktische kleine Fragen haben. Das ist es, was ich bewirken möchte, Hilfestellung geben wenn man einfach mal nicht weiter weiß.
Und aus diesem Grund fühlt es sich für mich nicht richtig an, weiterhin im OpenBlog zu sein. Lange genug habe ich es jetzt immer wieder überdacht, aber letztendlich finde ich keine andere Lösung.

Es war eine schöne Zeit bei euch, aber manchmal trennen sich Wege, ändern sich Blickweisen, verliert man das Ziel aus den Augen.

Über Feedback und eure Meinung freue ich mich, vermutlich werden es sehr viele wohl eh anders sehen :)

Dienstag, 22. November 2016

Neulich beim Augenarzt...


Es ist November, Diabetes Monat, wie es momentan ja überall so schön beworben wird.

Ich hab mich bislang an wenig von dem ganzen Trubel beteiligt, meist reicht die Zeit nur für Postings auf Instagram.  Völlig kurzentschlossen habe ich jedoch gestern endlich mal die Nummer vom Augenarzt rausgesucht und einen Termin für die lange überfällige Kontrolluntersuchung vereinbart. Als Kassenpatientin bin ich es ja gewöhnt, lange auf Termine zu warten... diesmal war die Aussage: "Klar, mnorgen früh um neun!". Ähm, was? Okay... bevor ich lange warten muss und wieder kneife, lieber zusagen.
Mit dem Chef abgeklärt, heute als erstes also zum Augenarzt.

Was soll ich sagen: Ich hasse Augenarzttermine. Bitte schreibt mir, wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt, aber meine bisherigen 7 oder 8 Augenärzte waren alle schrecklich unfreundliche oder unsympathische Menschen. Viele reagierten frech, wenn man seinen Befund erklärt haben wollte, einige gaben den Tipp, bei Typ 1 doch bitte mal abzunehmen, dann könnte ich mir "das mit dem Insulin" auch sparen. Gut betreut, ernst genommen und als Kunde habe ich mich noch nie irgendwo gefühlt. Meistens bin ich die letzten Jahre immer völlig aufgelöst und weinend aus Praxen gestürzt nachdem man mir versichert hatte "wir gewöhnen sie schon noch an unsere Behandlungsmethoden". Überflüssig zu erwähnen, weshalb ich bereits so viele Augenärzte durch habe.
Meistens habe ich einfach das Gefühl, sie fühlen sich extrem gestört davon, dass hinten am Auge noch ein Mensch dran hängt.

Tja, mit ähnlichen Erwartungen ging ich also auch heute zum Arzt. Diesmal allerdings fest entschlossen, mir ein unverschämtes Verhalten nicht bieten zu lassen. Dazu zu sagen: Ich war schon mal dort und die Erfahrungen waren mies. Da man hier auf dem Land aber nicht soviel Auswahl hat... naja ich dachte, es könnte ja diesmal anders sein. Oder ich bin einfach auch erwachsener geworden und hätte es mir letztes mal nur eingebildet.

Die Arzthelferinnen waren nett, Wartezeit kurz, kaum Patienten in der Praxis. Handynutzung im Wartezimmer aber strikt verboten. Warum, konnte keiner erklären. Ich liebe Regeln, die keine Begründung haben.
Gut, nach der zweiten Ladung Tropfen ist Facebook eh nicht mehr zu entziffern.
Durfte dann in den Behandlungsraum. Hinsetzen, warten.

Tür auf.
Doc:"Wie ist der Hba1c?"
Ich: "Guten Morgen. Der letzte war 6,9".
Doc: "...jaja, Guten Morgen. Naja, das ist gut."

Sowas treibt mich ja schon auf die Palme. Wie unhöflich! Man stürmt doch nicht einfach rein ohne sich überhaupt vorzustellen oder ähnliches!

Die Untersuchung war dann ja zum Glück wie immer kurz und schmerzlos. Retinopathie negativ, aber scheinbar habe ich eine beginnende Veränderung an der Linse. Ich müsste vermutlich vor meinem 60sten Geburtstag wegen Grauem Star operiert werden. Und tschüs!

Äh, moment mal?!
Auf Nachfragen wurde dann noch schnell genuschelt "Das ist normal.. kriegt jeder Diabetiker.. kriegen alte Leute sowieso.
Woran merke ich sowas?
"Wird ihnen der Augenarzt schon sagen wenns soweit ist".

Und weg war er.

Toll, sowas liebe ich. Und die Ärzte wundern sich ernsthaft, weshalb jeder Patient google befragt.
Zu Graue Star sagt Google mir, das es tatsächlich gerade bei Typ 1ern eine stark erhöhte Chence gibt, dass Grauer Star früher als üblich auftritt. Standardmäßig kriegt das ab einem bestimmten Alter aber eh fast jeder.

Mich tröstet, dass in knapp 30 Jahren mein Augenarzt von heute vermutlich schon lange in Rente ist. Und selber Grauen Star hat. Hoffentlich trifft er dann auf Menschen, die sich mehr Zeit nehmen. Oder wenigstens Spaß an ihrem Job haben. "Augen auf bei der Berufswahl" ist bei einem Augenarzt irgendwie ganz besonders zynisch.

Der nächste Termin ist in 12 Monaten, vllt finde ich bis dahin einen anderen Arzt. Aus Kommentaren unter meinem Instagram- Post schließe ich aber, dass nette Augenärzte leider die totale Ausnahme zu sein scheinen.
Wenn irgendwer das hier liest, und selber aus diesem Bereich kommt: Über Erklärungen zum Phänomen würde ich mich sehr freuen! Über Vorschläge zu netten Augenärzten im Bereich OWL übrigens auch!

Bis dahin bin ich einfach nur froh, dass bislang 21 Jahre Diabetes keine der bekannten Folgeerkrankungen bei mir ausgelöst haben.

Allerdings habe ich die Tropfen diesmal richtig schlecht vertragen. Nachdem ich mehrmals darauf hingewiesen wurde, die nächsten 2-3 Stunden nicht Auto zufahren, habe ich mich schon auf der Arbeit gemeldet, dass ich vermutlich heute nicht mehr kommen würde.
Das ich tatsächlich aber bis abends um 5 nicht richtig gucken konnte (Autofahren und lesen waren schlicht nicht möglich und meine Pupillen immer noch weit wie Untertassen), dass war mir neu. Durch das ständig schlechte sehen ging es mir im Ganzen nicht gut, Schwindel, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Habe also den Tag im Bett verbracht. Erst vor ein paar Stunden wurde es jetzt besser, sodass Fernsehen und Leen wieder möglich waren. Man wird scheinbar einfach nicht jünger... denn so kannte ich das bislang nicht.



Mittwoch, 1. Juni 2016

Update zum Freestyle Libre


Ein Blick in den Kalender zeigt: Ganz langsam wird es wieder Sommer. Und für mich bedeutet es, dass ich mittlerweile fast ein Jahr das Freestyle Libre durchgängig benutze. Insgesamt bin ich aktuell bei Sensor Nummer 21.

Hier findet ihr meinen damaligen Bericht zu meinen ersten Eindrücken.

Damals muss ich sagen war ich ziemlich skeptisch. Als Selbstzahler hätte ich vermutlich nicht weitergemacht. Aber da meine Kasse ja zahlt... ;)

Mittlerweile möchte ich es nicht mehr abgeben. Ich wollte euch mal eine kurze Auflistung zu meinen persönlichen Pro`s und Contra`s schreiben.

Pro: 

Diskretion
Mal eben schnell messen, den Wert checken, ohne das jemand es mitbekommt. Wirklich bequem. Und gerade im Job ist mir das wichtig. Anonsten würde ich vermutlich während der Arbeit oft gar nicht messen

Bequem
Es geht so schnell! So einfach. Ein Knopf drücken, scannen, fertig. Auch hier: Gerade im Job für mich super.

Verlaufskurve
Auch hier: Wenns im Job stressig wird, scanne ich vllt auch mal eine ganze Weile nicht. Und trotzdem habe ich danach kein schlechtes Gewissen, weil ich die Werte der letzten Stunden ja angezeigt bekomme. Ich kann also abschätzen, wie es gelaufen ist.

Bestellung
Jawohl, hier muss ich sagen, hat Abbott richtig gut zugelegt. Die Bestellungen klappen mittlerweile problemlos. Ich habe immer das Musterrezept für meine Praxis dabei, beantrage das alles Online, warte eine Weile und schon kriege ich Post. Läuft!

Auswertung im Gerät
Das gefällt mir tatsächlich gut. Mal eben schnell den Tagesverlauf durchblättern, den Durchschnitt vergleichen... unkompliziert und übersichtlich. Mir reicht das so.

Genauigkeit
Man höre und staune, aber auch hier muss ich meine anfänglichen Zweifel beiseite räumen. Mittlerweile bin ich mit der Genauigkeit sehr zufrieden. Manchmal kommt es nicht ganz perfekt hin, aber der grobe Bereich stimmt seit Sensor Nummer 9.
Insgesamt habe ich von 21 Sensoren 5 Stück reklamiert.

Contra:

Gerät
Ja, leider. Das Lesegerät an sich, ist für mich ein eindeutiger Nachteil. Ich mag die Haptik nicht, es ist zu leicht, es klappert (manchmal) und der Touchscreen ist für uns Smartphonegeneration ein Graus. Man gewöhnt sich an alles aber wäre super, wenn man nicht viermal auf einen Punkt drücken muss, bis er reagiert. Hier ein tolles Gimick, weiter unten unter "Tipps".

Tagebuchfunktion
Könnte so schön sein. Ist sie aber nicht. Für mich viel zu wenig Optionen, zu grobe Dosierschritte, zu langsame Reaktion und Eingabeoption. Sport zb wird im Display gar nicht angezeigt sondern nur beim auslesen am PC. Öde!

Display
Zerkratzt übelst schnell! Ich habe mir mittlerweile eine Schutzfolie geholt, aber wenn da einfach ein bisschen mehr Qualität drin wäre, sehr gerne.



Hotline
Habe ich bei der Befragung schon mehrfach angegeben. Die Hotline anzurufen nervt mich tierisch. Die Mitarbeiter sind super freundlich und bislang hatte ich da auch im normalen Vorgang keine Probleme.
Aber bis man erstmal zu einem Mitarbeiter gelangt, quält man sich durch gut 3 Minuten Bandansage mit Dingen wie "nutzen sie die Homepage" "drücken sie die 1" "bitte nehmen sie and er Umfrage teil..." das nervt mich richtig. Und leider hört sich das ganze auch an, als wenn es jemand bei 120 auf der Autobahn auf das Band gesprochen hat. Sorry Abbott, aber das geht besser.

Allergie
Ja, auch mich hat es bei Sensor Nummer 14 erwischt. Alles eitrig, blutig und offen. Seitdem nutze ich unter jedem Sensor Blasenpflaster (siehe weiter unten unter "Tipps").

Klebefähigkeit
Hm, also das haut bei mir auch nicht hin. Er klebt nicht. Häufig löst sich schon nach einem Tag das Pflaster am Rand ab. Das ist mir so zu unsicher, ich tape also jeden Sensor mit Kinesiotape.

Tipps:

Dokumentation
Hiermit meine ich nicht Tagebuch schreiben. (Dafür habe ich leider auch noch keine gute Lösung gefunden!)
Aber ich dokumentiere seit dem ersten Sensor die wichtigen Eckpunkt. Ich notiere mir die Seriennummer, der wievielte Sensor es für mich ist, wann ich ihn gelegt habe, bis wann er laufen soll, wie lange er tatsächlich gelaufen ist, wie die Genauigkeit war und wie meine Haut reagiert. Seit der Allergie auch zusätzlich noch, welche Pflaster etc ich benutzt habe.

So sieht meine Dokumentation dann aus

Schutzcover
Habe ich selbst erst vor kurzem entdeckt: mylibrecover.com. Absolut großartige Hüllen. Passen perfekt, sind von einem Nutzer produziert, in Deutschland hergestellt und lösen für mich das Problem der billigen Haptik. Werde mir definitiv noch eine grüne bestellen, sobald diese wieder lieferbar sind!



Kinesiotape
Ohne gehts nicht mehr. Ich tape alle meine Sensoren. Einfach ein ca 10cm langes Stück nehmen, die Ecken abrunden und mit leichtem Zug drüber kleben. Wenns gut läuft, hält das Tape sogar bis zu 10 Tage.
Mein Tipp für alle die eher im Westen oder Norden von Deutschland leben: Action! Dieser Billigladen hat das für mich beste und günstigste Tape überhaupt. Knapp 2€ für eine 10Meter Rolle, diverse Farben und ne gute Klebekraft. Da hatte ich schon deutlich teurere, die deutlich mehr gekostet haben.
Ach ja: Ich glaube nicht daran, dass man das Loch in der Mitte des Sensors freilassen muss. Das die Haut dadurch "atmet" oder sowas. Ich klebe es zu. Und zwar immer!



Deko
Kann man für 1-2€ pro Stück kaufen, kann man sich aber auch selbst machen. Ich habe eine Kreisstanze, die perfekte Kreise für den Sensor ausstanzt. Aus Washisheets oder Papier ausgestanzt, ausgeklebt, fertig. Alle Motive deiner Wahl verfügbar und so viele man mag. Und kostet quasi nix. (Ausschneiden ist natürlich noch günstiger ;) )



Hansaplast Blasenpflaster
Meine Lösung gegen die Allergie. 5 Stück kosten knapp 6-7€ in der Apotheke. Wichtig: Die große Größe nehmen! Die Ränder ein bisschen abschneiden, auf die Haut kleben, Sensor durchstechen (ja, kein Loch rein, einfach durchstechen!) fertig. Hat bei mir bislang 7 Sensoren lang hervorragend geklappt.






So, natürlich ist meine Liste der Contras immer noch ganz schön lang. Aber für viele kleine Probleme habe ich mir mittlerweile meine eigenen Lösungen gebastelt. Und die Vorteile im Alltag überwiegen einfach! Ich hoffe auf ein "Leserät 2.0" und natürlich immer noch die implantierten Sensoren, aber bis dahin werde ich erstmal ganz zufrieden weiter scannen.
Viele Eindrücke findet ihr auch auf meinem Instragram Account, dort heiße ich "sandriabetes1"

Liebe Grüße!






Montag, 7. März 2016

Erfahrungen mit implantiertem Glukosesenor


Aktuell tauchen die ersten konkreten Nachrichten zu einem Produkt auf, auf dass ich seit knapp 2 Jahren warte: Den implantierbaren Sensor der Firma Senseonics (https://senseonics.com).

Ich freue mich wirklich auf den Moment, wo dieser endlich auf dem deutschen Markt erscheint und werde euch deshalb mal von meinen Erfahrungen berichten.

Anfangen tat alles damit, dass ich mich bei https://www.profil-forschung.de als Studienteilnehmerin beworben hatte.
Irgendwann erhielt ich einen Anruf, ob ich noch an einer Studienteilnahme interessiert sei und man berichtete mir grob, dass es um einen implantierten Sensor gehen würde. Natürlich fand ich das super spannend und hatte auch kurz darauf die Studienunterlagen zuhause, ebenso wie einen Termin für eine Voruntersuchung und Information.

Um es kurz zu fassen: Ich bekam im Sommer 2014 als erste Patientin in Deutschland diesen Sensor eingesetzt.
Hierfür hatte ich einen ambulanten Termin im Studieninstitut in Neuss, die Betreuung hier war übrigens absolut super!
Das einsetzen des Sensors wurde von einem Chirurgen durchgeführt, der von einem Mitarbeiter des Unternehmens in dieses Verfahren unterwiesen wurde. Der Chirurg hatte das bis dato so also auch noch nicht gemacht und ich muss gestehen, dass ich schon ein wenig nervös war. Zudem standen ein Haufen Leute um mich rum, die alle gebannt zuschauen wollten und eine Kamera, welche den Eingriff aufzeichnen sollte.

Das ganze war am Ende denkbar unspektakulär. Nach der gründlichen Desinfizierung meines Oberarms wurde die Stelle betäubt. Danach wurde ein kleiner Hautschnitt von knapp einem Zentimeter gesetzt und des Sensor in die nun entstandene kleine Hauttasche gesetzt.
Das ganze wurde auf dem anderen Arm wiederholt, da ich für die Studie zwei Sensoren tragen musste.

Durch die Betäubung war das ganze absolut Schmerzfrei und hat auch kaum geblutet. Die beiden Hautschnitte wurden mit kleinen Strips verschlossen und mit je einem Pflaster abgedeckt.

Yoweit ich mich erinnere war dann erstmal 2 Stunden Pause, anschließend wurden auf beiden Armen die Transmitter befestigt und wir haben die ersten Kalibrierungen durchgeführt.

An dem Abend bin ich dann nach Hause gefahren, allerdings nur mit einem Transmitter, der zweite wurde nur benötigt, wenn ich zu den Testtagen im Studieninstitut sein würde (ich hatte im laufe eines halben Jahres knapp 7 oder 8 Termine).

Zusätzlich zu dem Transmitter erhielt ich einen iPod mit der installierten App, welche die Werte des Transmitters per Funk empfangen konnte und mir eine Blutzuckerkurve darstellte.

Nochmal zum Sensor: Nachdem das ganze Abgeheilt war (schon knapp 3 Tage später), konnte man den Sensor unter der Haut fühlen. Wenn man mit dem Finder auf die Stelle gedrückt hat, konnte man ihn wie eine kleine "Bohne" spüren. Gestört hat er mich in den 2 Monaten die meine Studie lief nie, ich fand es tatsächlich super befreiend, dass er einfach in der Haut sitzt und nicht durch Türrahmen, BH- Träger etc abgerissen werden kann.
Der Transmitter ist tatsächlich schon ein kleiner Brummer, will sagen: Nicht gerade klein. Ich habe ihn immer mit den Pflastern fixiert, hierbei ist wichtig, dass er immer exakt über dem, Sensor sitzen muss. Ich habe keine besonders empfindliche Haut, allerdings hatte auch ich, nachdem ja 4 Wochen am Stück ein Pflaster auf immer der selben Stelle saß, eine recht trockene und strapazierte Stelle dort. Ansonsten habe ich die Pflaster allerdings super gut vertragen. Wie das nur eben über einen Zeitraum von 6 Monaten aussieht, weiß ich nicht.

Mitgeliefert wurde auch eine Art "Armband", so wie man es vom Sport für Smartphones kennt. Leider hat das bei mir nicht gut funktioniert, es konnte den Sensor nicht exakt an der richtigen Stelle halten.

Der Sensor funktioniert übrigens mit einer Technik, die Licht reflektiert, aber da informiert ihr euch besser über die Homepage, so präzise kann ich das nicht erläutern.
Was ich in dem Zusammenhang aber feststellen musste war, dass ich den Sensor bei starkem Sonnenlicht (also im Sommer recht häufig) mit einer zusätzlichen Abdeckung versehen musste. Wenn es zu hell war, konnte der Sensor keine Werte mehr anzeigen. Ich habe den Arm dann zusätzlich mit einer schwarzen Stoffbinde umwickelt.

Ein wichtiger Punkt: Ja, man wird angesprochen. Der Transmitter fällt aufgrund seiner Größe deutlich mehr auf, als zb der LibreSensor oder der Enlite. Damit muss man leben.
Auch damit, dass er nicht wasserdicht ist (bzw. war, als ich an der Studie teilgenommen habe. Ich habe ihn einmal am Tag zum Duschen abgelegt, die 10 Minuten reichen auch zum aufladen. Strom brauchte er nämlich auch spätestens jeden zweiten Tag.
Die Werte wurden in Echtzeit an den iPod übertragen, war dieser mal nicht dabei, wurden die Werte für maximal 2 Stunden gespeichert. Wenn der iPod also zb zuhause vergessen wird und man kommt erst abends wieder, hat man eine Datenlücke. Und kann auch die Werte natürlich nicht ablesen. Ist mir allerdings nie passiert, die wenigsten Leute vergessen ja ihr Handy irgendwo.

Was mich aber begeistert hat: Die Messgenauigkeit! Die Monate, in denen ich den Sensor getragen habe, waren die entspanntesten in meinem Diabetiker- Leben. Wenn die Kalibrierung exakt durchgeführt wurde (bei stabilen Werten etc) hatte ich eine perfekte Übereinstimmung mit den gemessenen BZ- Werten. Und der Timelag (also dass der Gewebszucker langsamer ist als der Blutzucker) war unglaublich klein. Ich habe den iPod beim Radfahren vorne am Lenker befestigt gehabt (Psielkind und so ;) ) und konnte beim losfahren sehen, nach wie viel Minuten sich was tut. Das war quasi Live- Blutzuckerfernsehen. Sport an sich war kein Problem. Das Pflaster hält bombig und selbst wenn es ab fallen würde, kann man es ja einfach neu festkleben. Den Sensor stört es nicht.

Ich war unglaublich traurig und enttäuscht, als mir die Sensoren nach 2 Monaten wieder entfernt wurden, ich hatte die ersten Wochen wirklich Probleme, meine normale Therapie wieder aufzunehmen und meinen Zucker auf herkömmliche Art und Weise zu kontrollieren.
Und seitdem warte ich sehnsüchtigst auf die Markteinführung!

Zur Entfernung der Sensoren noch kurz: Hierfür musste ich wieder in das Studieninstitut, wieder örtliche Betäubung und dann wurde erneut ein kleiner Hautschnitt gesetzt und die Sensoren mit einer Pinzette aus dem Gewebe gezogen. Beim zweiten Arm war es scheinbar ein wenig kompliziert, hier musste ein wenig "geprokelt" werden. War nicht ganz angenehm, tat aber dennoch nicht weh. AUch hiernach sind die Schnitte super verheilt und ich habe jetzt nur noch winzige Narben auf meinen Armen. Ich versuche mal, euch Fotos davon zu machen. Ich habe gerade versucht, euch noch mehr Fotos zu liefern, allerdings will meine externe Festplatte nicht wie ich will :(

Ich kann also nur sagen: Für mich ist dieser Sensor die bislang allerbeste Lösung! Mein Libre ist auch nicht schlecht, aber was die Genauigkeit und die Schnelligkeit sowie den Komfort angeht, bin ich ein Fan von "Sensor unter die Haut".

Wie seht ihr das? Könnt ihr euch so eine Lösung für euch vorstellen? Habt ihr noch Fragen? Schreibt mir gerne, dann versuche ich eure Fragen zu beantworten.

Die Narbe auf meinem rechten Arm, knapp zweieinhalb Jahre nach der ganzen Aktion

Freitag, 19. Februar 2016

Ihr findet mich jetzt auch bei Instagramm!


Da ich zeitlich leider in letzter Zeit kaum dazu komme, hier auf meinem Blog etwas zu schreiben, ich aber trotzdem gerne regelmäßigen Austausch haben möchte, habe ich kürzlich einen Instagram- Account angelegt, auf welchem ich meine "süßen" Erlebnisse mit euch teilen möchte.

Wer mir also folgen möchte, findet mich als "Sandriabetes1" auf Instagram. Ich freue mich auch über eine kleine Nachricht, wenn ihr selbst einen "Diabetes- Account" habt, dem ich dann gerne folgen würde!


Samstag, 6. Februar 2016

So, nachdem ich bislang immer so über die Kundenhotline von Abbott geschimpft habe, heute mal ein positives Beispiel:

Mein Sensor zeigt seit Donnerstag Abend immer schon sehr viel niedrigere Werte an, als das Messegrät (Unterschied teilweise größer als 150mg/dl). Dann dazwischen schon immer wieder Datenlücken und ab 22 Uhr bis morgens um neun nur noch LO. Hab dann am Freitag Vormittag den Kundenservice angerufen und siehe da: Überhaupt kein Problem. Ich musste kaum zu Ende berichten, da sagte der freundliche Mitarbeiter "Nein, so geht das ja auch nicht. Sie kriegen nen neuen."
Hervorragend! So hatte ich mir das vorgestellt. Der Sensor hätte noch 4 Tage laufen sollen, den soll ich jetzt auch wieder einschicken. Gerne doch.

Aber am besten gefiel mir, dass ich diesmal wirklich das Gefühl hatte, ernst genommen zu werden.
Aktuell läuft also der 12 Sensor, 3 davon musste ich jetzt reklamieren (einen davon allerdings wegen "klebt nicht"). Die letzten 3 Sensoren liefen super und ich bin insgesamt wieder deutlich zufriedener mit dem Libre :)

Jetzt müssen nur meine Werte auch noch zufriedenstellender werden -.- Wobei, heute gehts eigentlich wieder. Schon beeindruckend, wie auch immer die persönliche Stimmung von dem Blutzuckerverlauf abhängt!

Sonntag, 24. Januar 2016

Wie lief denn nun eigentlich das Schwimm- Experiment?


Na, das lief tatsächlich ziemlich gut :)
Ich habe im Kühlschrank wirklich noch ein Packung Protaphane- Pens liegen gehabt, die auch ihr Haltbarkeitsdatum noch nicht überschritten hatten. Hab dann also die Pumpe abgekoppelt ( BZ hier 140mg/dl) und 4 Einheiten Basalinsulin gespritzt. Ich hatte mal in einer Schulung gelernt, 1 Einheit pro Stunde, wenn man die Pumpe nur kurz abkoppelt. Habe ich tatsächlich so gut wie noch nie genutzt, da ich in den jetzt 15 Jahren noch nie eine "Pumpenpause" machen wollte. Und auch am Strand etc war sie immer dabei.
Gut, da ich aber wusste, dass mein Insulinbedarf leider momentan recht hoch ist, habe ich den Bedarf auf 1,5 Einheiten hochgerechnet und dann mit 3 Stunden "Pumpenabstinenz" gerechnet. Was mir auch nicht mehr in Erinnerung war, ist die Tatsache, dass meine Basalpens nur ganze Einheiten abgeben können. Deshalb abgerundet auf 4 Einheiten.

Am Schwimmbad angekommen musste wir dann angesichts der Preise ein wenig schlucken, 12 Euro für nur ein bisschen Bahnen ziehen war uns dann doch deutlich zu viel. Die Lösung bot der "Sport- Tarif", Kosten 5 Euro für 60 Minuten. Auch happig, aber gut, dann beeilen wir uns eben.

Gestartet bin ich dann mit dem Zucker von 130mg/dl und wir haben knapp 35 Minuten brav unser Sportprogramm gemacht ;) Dann ging aber die Welle nebenan los und das konnten wir uns ja nicht entgehen lassen. Danach noch einmal schnell die Rutsche testen (Viiiel zu langsam!!!) und dann schnell wieder in die Umkleide um die Zeit nicht zu überziehen.

Zucker war stabil bei 110 laut Libre, passt! Zuhause die Pumpe wieder dran und erstmal schön Kaffee kochen. Insgesamt war die Pumpe also nur knapp 90 Minuten ab, allerdings hat das bei mir schon häufig für nen sportlich- hohen 300er Wert gesorgt.

Nach dem Essen im Anschluss hatte ich allerdings doch ne leichte Hypo, ich hatte beim Pumpe ankoppeln vergessen, dass das Protaphane ja noch wirkte. Ansonsten lief es aber relativ perfekt!

Vielleicht sollte ich mir also auch bei kleinen "Unternehmungen" mal wieder mehr Gedanken machen und nicht einfach nur reagieren...

Blöd nur, dass ich den Basalpen jetzt vermutlich wieder komplett voll entsorgen kann. Es müsste kleine Mini- Flaschen mit nur wenigen Einheiten drin geben... weil so ist das jetzt leider echt Verschwendung. Aber eine richtige andere Idee habe ich da jetzt auch nicht für. Und ne Pumpenpause, nur um das Basalinsulin aufzubrauchen, also ne, wirklich nicht!